Der Reiz des Unperfekten


Manchmal bekommt man eindrucksvollere Bilder, wenn die Aufnahme technisch nicht perfekt ist...
Manchmal ist ein Bild technisch nicht perfekt.

Das kann daran liegen, dass bei der Aufnahme ein Fehler gemacht wurde oder dass die Kamera die Belichtung falsch gemessen hat.

Aber manchmal ist es auch Absicht.
Auf den hier abgebildeten Fotos wurde ein Objektiv verwendet, das nur eine einfach geschliffene Doppel-Glaslinse enthält. – Ein Objektiv, das so simpel aufgebaut ist, dass die Blendenringe per Magnethalter von vorne vor die Linsen gesteckt werden und das nur in der Mitte richtig scharf abbildet.
Mit anderen Worten: Ein Objektiv mit einer Abbildungsleistung wie sie in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts üblich war.

Die Rede ist von einem „Lensbaby Composer“.

Das Objektiv muss manuell Fokussiert werden und hat ein Kugelgelenk eingebaut, wodurch es ein simples Tilt-Objektiv wird. Sprich: Man kann den scharfen Punkt irgendwo im Bild platzieren und der Rest verschwimmt von dort aus in Unschärfe.
Auf diese Weise lassen sich auch Dinge unscharf abbilden, die sich in der gleichen Schärfeebene wie das eigentliche Motiv befinden.

So werden Bilder möglich, die auch mit viel Nacharbeit am Computer nicht machbar gewesen wären. Und der Betrachter kann auf eine sehr subtile Weise vom Fotografen „durch das Bild gelenkt“ werden.

Meiner Meinung nach eine schöne Bereicherung der fotografischen Möglichkeiten, denn Bilder die bis in die Ecken scharf sind gibt es schon genug...
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