Die Ausdruckskraft von Schwarzweissfotografien


Manchmal „funktioniert“ ein Foto nur, wenn es in Schwarzweiss gezeigt wird. So wie diese (eigentlich belanglose und zudem stark verrauschte) Aufnahme einer Kompaktkamera bei ISO 1600.

Durch die Umwandlung in ein kontrastreiches Schwarzweissbild ist sie immerhin so interessant, dass man genauer hinsieht. Und das Rauschen wird plötzlich zu einem bildgestaltenden Stilmittel mit einer ähnlichen Wirkung wie der hochempfindliche Film der zu Analogzeiten gerne von den „Street-Fotografen“ verwendet wurde...
Mit Bildern ist es ähnlich wie mit anderen Formen der darstellenden Kunst.

Ein Bildhauer hat einen bestimmten Grund seine Skulptur aus einem bestimmten Material herzustellen. Eine glatte, blank polierte Messingstatue wirkt ganz anders auf uns als eine kantige, aus rohem Granit gehauene Steinfigur.

In der Fotografie haben wir neben vielen anderen Ausdrucksmöglichkeiten generell die Wahl zwischen Farbbildern und solchen in Schwarzweiss.

Dieses Bild zum Beispiel wirkt aufgrund der Farbkontraste:


Und so, wie es Bilder gibt die aus den verschiedensten Gründen nur in Farbe richtig zur Geltung kommen, gibt es eben auch Bilder die uns förmlich „als Schwarzweiss-Motiv“ in’s Auge springen. Die folgende Szene bekam ich heute zu sehen, als ich nachmittags an der Wümme (einem kleinen Fluss in der Nähe von Bremen) spazieren gegangen bin:



Schon in dem Moment als ich die Ente im Gegenlicht auf dem Wasser sah und die Wellen und Spiegelungen auf der Wasseroberfläche beobachtete wusste ich, dass dieses Bild nur durch seine Kontraste und Formen „lebt“.

Die Aufnahme entstand mit einer leichten (absichtlichen) Unterbelichtung um die Kontraste bei der Schwarzweiss-Umwandlung am Rechner noch zu verstärken.
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