Pyrogames 2010 in Bremen


In Bremen fanden am Samstag Abend die Pyrogames 2010 statt. Das ist eine Feuerwerks-Veranstaltung, die derzeit quer durch die Bundesrepublik tourt. Hier ein paar Eindrücke der Veranstaltung in Bremen und eine ganz private Geschichte und Meinung dazu.

Von Feuerwerken...

Die Pyrogames in Bremen fanden auf der Weser-Seite des Einkaufzentrums „Waterfront“ statt. Wie man auf der Website des Veranstalters sehen kann wird dafür Eintritt verlangt (ca. 24,- für Erwachsene für einen Sitzplatz). Das Feuerwerk war aber auch sehr gut von der anderen Seite der Weser zu sehen.

Wir begaben uns am frühen Abend mit mehreren Leuten auf eine Landzunge in der Weser um das Feuerwerk von dort aus zu fotografieren. Noch war die Sonne nicht untergegangen und es war so heiss (36°C), dass sogar die Möwen schwitzten und mit offenem Schnabel nach Abkühlung hechelten.


Um ca. 22:00 Uhr ging die Sonne langsam unter und wir hatten einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang über den Bremer Industriehäfen.


Nachdem die Sonne untergegangen war begann das Feuerwerk. Es waren insgesamt drei Durchgänge, unterbrochen jeweils von einer Lasershow mit musikalischer Untermalung für die regulären Besucher.

Während des Feuerwerks ist unter anderem die Aufnahme am Anfang des Artikels sowie die folgende Aufnahme entstanden:


Fotografisch habe ich einiges bei diesem Feuerwerk gelernt:

  • Immer ein Weitwinkelobjektiv mitnehmen, selbst wenn das Feuerwerk ein ganzes Stück entfernt stattfindet. Meine kürzeste Brennweite war ein 50mm und selbst das hatte noch einen zu engen Blickwinkel. Das mitgebrachte Tele-Zoom (70-300) war vollkommen unnütz.
  • Die Belichtung unbedingt manuell einstellen. Die durch die Feuerwerkskörper schnell wechselnde Helligkeit bringt ansonsten nicht vorhersehbare Resultate. Dabei kann die Belichtungswaage im Sucher als Anhaltspunkt dienen. Ich habe mich am Umgebungslicht orientiert (Belichtungwaage verwendet wenn gerade kein Feuerwerk brannte) und dann absichtlich um ca. 2 Stufen unterbelichtet.
  • So lange noch genug Licht vorhanden ist das Objektiv auf die richtige Entfernung fokussieren (sie sollte ungefähr bei Unendlich liegen) und dann den Autofokus abschalten. Wenn man das vergisst, dann versucht die Kamera die ganze Zeit scharf zu stellen anstatt zu fotografieren.

... und Feuerwerkern

Alles in allem wäre es ein phantastischer Abend gewesen, wenn da nicht diese beiden Männer gewesen wären. Ja, jetzt komme ich zu der privaten Geschichte.

Zu den ganzen Zaungästen und uns Fotografen stiessen bei Sonnenuntergang zwei Männer mit Fahrrädern. Sie setzten sich ein wenig abseits hinter den anderen Schaulustigen auf die Erde und öffneten erst einmal eine Dose Bier.
Die Sonne war gerade hinter dem Horizont verschwunden, da erschall hinter uns plötzlich der Ruf „Vorsicht! Ohren zuhalten!“ und ehe wir noch reagieren konnten flog eine große Feuerwerks-Rakete im Zickack zwischen den Anwesenden hindurch um direkt neben einer alten Dame mit lautem Knall zu explodieren (und ich rede hier von einer Rakete mit einer Ladung, die garantiert nicht frei in Deutschland zum Verkauf angeboten wird). Auf die empörten Reaktionen der Anwesenden wurde mit einem halb trotzigen „Meine Güte, wir wollten ja nur das Startsignal geben...“ und „Die sollte ja eigentlich auch in die andere Richtung fliegen.“ von den beiden Männern reagiert.

Darauf hin griff einer der beiden nach einem mitgebrachten Funkgerät um sich mit den Feuerwerkern auf der anderen Fluss-Seite zu unterhalten. Worte wie „Alles klar auf dieser Seite... Es kann losgehen.“ fielen.

Während des Feuerwerkes hörte man, wie in regelmässigen Abständen weitere Getränkedosen hinter uns geöffnet wurden. Dann fiel uns plötzlich ein grüner Lichtschein seitlich neben uns auf. Einer von den anwesenden Fotografen stellte fest, dass die beiden Männer hinter uns offensichtlich mit einem (ziemlich starken) grünen Laserpointer herumspielten. Als wir uns nach den beiden Männern umdrehten wurde der Laserpointer aber schnell wieder ausgeschaltet.

Wiederrum einige Zeit (und mehrere Bierdosen) später schoss einer von uns Fotografen plötzlich herum, denn er hatte beobachtet wie die beiden anwesenden „Herren“ gezielt versuchten die im Fluss schwimmenden Schwäne mit dem Laserpointer zu blenden.

Es kann zu einem heftigen Wortwechsel. Auf Seiten der beiden zu den Feuerwerkern gehörenden Männern war dabei keinerlei Einsicht zu erkennen. Immerhin gaben sie für den restlichen Abend ruhe und hörten auch auf die Tiere zu quälen.

Ganz ehrlich: Es darf doch wirklich nicht wahr sein, dass ein Feuerwerks-Veranstalter der ja immerhin mit Sprengstoffen und anderen Gefahrgütern hantiert solche Leute beschäftigt!

Menschen, die auf die Sicherheit und evtl. durch das Feuerwerk ausbrechende Brände achten sollen
  • betrinken sich während ihrer Arbeit,
  • gefährden andere Anwesende mit unkontrolliert entzündeten Feuerwerkskörpern mitten in einer Menschenmenge und
  • quälen in der Zwischenzeit noch ein wenig die zufällig anwesende Tierwelt.

Solchen Personen gehört kein verantwortungsvoller Job anvertraut und ganz sicher sollten solche Personen keinen Zugriff auf Sprengstoff haben!
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